Pitch, Team formen, Geschäftsmodell, Prototyp – wie geht das?!

10/18/2017 | By Marnie Knorr

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Pitch- Was ist das denn?!

Bei dem klassischen "Elevator Pitch" stellst du deine Idee in 60sec vor. Er heißt so, weil man sich vorstellt mit seinem Chef oder einer wichtigen Person, die kaum Zeit hat, vor dem Aufzug zu stehen und ca. eine Minute hat um ihm/ihr etwas wichtiges mitzuteilen. Zum Beispiel, warum man befördert werden möchte. Im Startup Bereich geht es natürlich um Geschäftsideen. Am Freitagabend des Startup Weekends ist es wichtig in ein paar Sätzen folgendes erklären zu können:

  • wer bin ich
  • was ist meine Idee
  • welches Problem möchte ich mit der Idee lösen/ welchen Mehrwert generiere ich
  • für wen/welche Zielgruppe
  • wen oder was benötige ich dafür

Auf Youtube gibt es sehr viele Erklärungen und Beispiele. Einfach den Begriff "Elevator Pitch" youtuben und schon hast du gute Einblicke.

Team-up

Wenn die Leute sich für deine Idee begeistern, hast du nun ein Team und ihr könnt fast loslegen. Du solltest schauen, dass ihr versucht wichtige Kompetenzen zu vereinen. Suche dir einen Marketingchef, jemand der gerne mit Zahlen jongliert, einen Programmierer und einen Tüftler, je nachdem wen du brauchst. Dann schaut euch etwas eure persönlichen Stärken an. Sind organisierte Menschen, sowie kreative im Team? Dann bleibt noch eine Frage offen, und zwar, wo liegen eure persönlichen Ziele: wer möchte nur das Wochenende und punktuell mithelfen, wer hätte Lust auf eine langzeitige Beziehung. Jetzt habt ihr eigentlich alles für euch geklärt, um loszulegen!

Man lernt sich in kurzer Zeit sehr gut kennen, wenn man etwas gemeinsam tut. Deshalb ist der Leitspruch vorm Startup Weekend auch "No Talk, all Action". Die meisten Teams, die erfolgreich aus dem Wochenende gehen, experimentieren viel und diskutieren weniger über Entscheidungen. Wenn eine wichtige Entscheidung bevor steht, hilft es zu fragen "wenn es schief geht, können wir es hinterher korrigieren?". Lautet die Antwort ja und reicht die Zeit aus dann sollte man es einfach probieren. Ein weiterer Punkt ist oft die Namensfindung, die viel Diskussionszeit frisst. Hier ist eine Lösung einfach einen kleinen Namensfindungsparkplatz einzurichten und alle Namen und Assoziationen zum Produkt zu notieren, und einfach später zu entscheiden, abstimmen oder blind-wählen und dann wirklich einfach weiter zu machen. Eventuell ändert der Name sich nämlich eh wieder am nächsten Tag, who knows?!

Vorort werden wir euch einige Tools geben, um euch im Team gut zu organisieren. Eine übersichtliche To Do Liste mit vielen kleinteiligen Aufgaben und einer im Team, der den Überblick behält, zahlt sich aus. Wichtig ist, dass ihr eure Rollen klärt, und auch der Ideengeber sich bereit erklärt, die anderen Teammitglieder mitentscheiden zu lassen und für Veränderungen offen zu sein. Oft ist der Ideengeber auch gleichzeitig potenzieller Nutzer seiner Idee. Wenn das so ist, ist es ein großer Pluspunkt. Die anderen Teammitglieder sollten alles dran setzen, umso viele Informationen wie möglich von ihm zu bekommen.

Geschäftsmodell

Nachdem sich um deine Idee ein Team geformt hat, ist nun die Aufgabe ein Geschäftsmodell aus der Idee zu basteln. Das Business Model Canvas ist hier ein sehr schönes Werkzeug. Auf nur einer Seite könnt ihr alle Komponenten eures Geschäftsmodells anbringen. Wir geben euch verschiebbare und löschbare Notizkärtchen, um flexibel arbeiten zu können.

Beim durchsprechen und durchtesten einer Idee verändert sich nämlich oft etwas und das ist auch sehr gut. Denn durch das Verändern und eintauchen in eine Idee, z.B. wenn man in die Schuhe der Nutzergruppen steigt, kommt man oft erst auf die wirklich originellen Sachen. Die Macher des Business Model Canvas "Strategyzer" haben ein ganz süßes Tutorial zusammen gestellt: https://www.youtube.com/watch?v=wwShFsSFb-Y

Um-die-Ecke-Denken

Neuartige Geschäftsideen sind oft nur eine Variation von etwas, das bereits schon besteht oder der Kombination von zwei Elementen, die zusammen etwas neues bilden. Zum Beispiel macht sich ein Trend in der heutigen Startup Welt sehr deutlich erkennbar: die Zahl neuer sozialer Unternehmen steigt. Jungunternehmer möchten meist auch gleichzeitig etwas gutes in der Welt bewirken. Einige Beispiele: Die Suchmaschine Ecosia, ist quasi ein "Öko-Google". Mit jeder getätigten Suche werden Bäume gepflanzt. Ein weiterer Trend ist "Gamification", der im gleichen Beispiel sichtbar ist. Die Zahl der gepflanzten Bäume steigt und wird dem Nutzer auf seinem Screen angezeigt. Dadurch bekommt er Lust indirekt mit weiter Bäume zu pflanzen. Der nächste Trend, der bereits für viele neue Produkte und Geschäfte gesorgt hat, heißt Design Thinking. Mit Design Thinking steht der Nutzer und der Mensch im Vordergrund. Mit vielen qualitativen Methoden und Beobachtungen werden die Nutzer erforscht, für die man gerne etwas Anbieten möchte. Ein tolles Beispiel für ein gelungenes Design Thinking Projekt ist zum Beispiel "Koa-Wach". Unser Orgateam vorort kennt ein paar Methoden, Kniffe und Tricks, um auf andere Gedanken zu kommen und zu helfen, wenn es mal an der Kreativität hakt.

(Rapid-)Prototyp(e)

Um schnell die Funktionalität einer Idee zu prüfen und auch zu schauen, ob Leuten/deiner Zielgruppe die Idee gefällt, eignen sich Prototypen. Ein Rapid-Prototype ist ein Prototyp, der in ein paar Stunden oder 1-2 Tagen geschaffen werden kann. Es ist eine abgespeckte Version deines Produktes zu Vorführungszwecken und sehr weit von der Perfektion entfernt. Hier geht es wirklich darum, schnell zu testen, was funktionieren könnte und was nicht. Für physische Produkte werden oft 3D-Drucke angefertigt. Gibt die Zeit es nicht her ist jedes andere Material ebenso nützlich. Knetmasse, Stoffe, Holz, Gips, Papier, Draht... In der Programmierer Welt gibt es einige mega schnelle Talente, die schon an zwei Tagen ein komplettes funktionierendes Softwarepaket oder eine andere Technologie basteln. Ist das Projekt zu komplex oder noch nicht konkret genug, nähert man sich über "mock-ups" oder auch wireframes an. Das heißt du kannst ein Program bauen, mit dem du schon bestimmte Funktionalitäten und Features zeigen kannst, die dein Endprodukt haben soll, deine Logos einbauen usw. Es gibt mittlerweile gratis Programme, die sogar für Laien einfach anwendbar sind. Z.B. das Program "moqup". Wenn man schon weiß, dass man einen Online-Shop und eine Webseite braucht, um einen Service oder ein Produkt anzubieten, aber es keine Rocket-Science-Mega-Hacker Anforderungen hat, reicht es manchmal auch aus einfach direkt eine Webseite zu basteln. Viele Webseiten-Baukasten Anbieter sind heute so einfach geworden, dass wirklich eine Oma auf ihrem Ipad in 1-2 Stunden eine Webseite basteln kann. Jimdo  zum Beispiel ist gratis. Eine Domain bei Strato gibt es schon für 3€ im Jahr. Diese kann man einfach auf die Jimdoseite weiterleiten, wenn man eine schöne eigene Domain haben will, die nicht mehr das "jimdo.com" im Namen trägt. Zu guter letzt: der einfachste Prototyp von allem ist eine Powerpoint Präsentation oder einfach ein 2D Model: eine Beschreibung und Skizze auf einem Flipchart.

Customer Validation

Mit dem Prototypen könnt ihr nun eigentlich losziehen und Leute eure Idee testen lassen oder das erste Feedback durch Befragungen einholen. Ihr könnt euch auch schon eine Fan-Base auf Facebook aufbauen, die euch dann zu eurem Produkt berät oder einfach auf die Straße gehen und Fußgänger befragen, Experten auf dem Gebiet googeln und sie am Telefon ausquetschen. Gebt euch Mühe, denn ob eure Idee angenommen wird ist ein wichtiges Erfolgskriterium.

Final Pitch

Bei uns ist der Final Pitch 3 Minuten lang und wird vor einer Jury vorgestellt. Im Anschluss können die Juroren fragen stellen. Dies alles geschieht am Sonntagabend. Hier stellt ihr nun vor, was aus der Eingangsidee geworden ist: Wie das Geschäftsmodell, das Produkt/der Service aussieht, wie ihr Einnahmen generiert, wer in eurem Team ist. Am besten ist es, es auch anschaulich und unterhaltsam zu verpacken. Lasst euch eine kleine Story einfallen, zeigt eine Powerpoint, zeigt euren Prototypen, eure Webseite, erzählt es anhand eines Nutzerbeispiels, dreht ein kleines Video, führt ein Theaterstück auf, indem alle Informationen drin stecken - der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt... Und danach geht feiern - eure Fehler sowie eure Erfolge, ihr habt es euch verdient!


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